Ameisen entfernen tote Artgenossinnen schnell und entschlossen aus ihrer Gemeinschaft und bringen sie zu einem speziellen «Abfallhaufen» ausserhalb des Nests. Dieses Verhalten ist ein effektiver Schutz vor Krankheiten in einer dicht besiedelten Kolonie. Ameisen erkennen tote Artgenossen durch das Fehlen bestimmter chemischer Stoffe, die bei lebenden Ameisen vorhanden sind. Die Entsorgung beginnt oft schon innerhalb einer Stunde nach dem Tod.
Ameisen gehen sehr organisiert und hygienisch mit ihren toten Artgenossen um. Sie haben spezielle Verhaltensweisen entwickelt, um die Ausbreitung von Krankheiten im Nest zu verhindern.
1. Abtransport der Toten:
Ameisen erkennen tote Artgenossinnen anhand chemischer Signale, insbesondere durch den Geruch von Fettsäuren, die sich nach dem Tod bilden. Sobald eine Ameise als tot identifiziert wird, wird sie von Arbeiterinnen aus dem Nest getragen und in einen sogenannten „Ameisenfriedhof“ oder „Müllplatz“ ausserhalb des Nests gebracht.
2. Sonderrollen für bestimmte Arbeiterinnen:
In grösseren Kolonien sind oft spezielle Ameisen für die Reinigung und Entsorgung zuständig. Sie tragen nicht nur Tote weg, sondern entfernen auch andere Abfälle und potenziell schädliche Stoffe.
3. Vermeidung von Infektionen:
Tote Ameisen können Krankheitserreger wie Pilze oder Bakterien beherbergen. Durch das schnelle Entfernen der Toten wird das Risiko minimiert, dass solche Erreger die Kolonie infizieren.
4. Einige Arten recyceln die Toten:
Manche Ameisenarten fressen die toten Artgenossen oder verwenden sie als Baumaterial, hauptsächlich in Ressourcenknappheit. Diese Verhaltensweisen zeigen, wie hoch entwickelt und organisiert Ameisengesellschaften sind, wenngleich es um den Umgang mit dem Tod geht.