Zum Hauptinhalt springen

Ameisenkolonie - Ameisenvolk zum Mieten für Lehrpersonen – Milchkühe

Wer sind die Milchkühe der Ameisen?

Wer sind die Milchkühe der Ameisen?

Die „Milchkühe“ der Ameisen sind Blattläuse und andere Honigtau erzeugende Insekten wie Schildläuse. Ameisen „melken“ diese Insekten, indem sie sie mit ihren Antennen sanft streicheln, um Honigtau zu gewinnen – eine zuckerreiche Flüssigkeit, die für die Ameisen eine wichtige Nahrungsquelle darstellt. Im Gegenzug bieten die Ameisen Schutz: Sie verteidigen ihre „Milchkühe“ vor Fressfeinden wie Marienkäfern oder Schlupfwespen.

Dieses gegenseitige Verhältnis nennt man Symbiose, genauer gesagt eine Wechselbeziehung, da beide Seiten davon profitieren. Die Pflege der „Milchkühe“ kann sogar so weit gehen, dass Ameisen die Blattläuse in ihren Nestern schützen oder auf neue Pflanzen „umsiedeln“, um eine kontinuierliche Honigtauversorgung sicherzustellen.

Die Symbiose zwischen Ameisen und Blattläusen:
Blattläuse ernähren sich vom kohlenhydratreichen Pflanzensaft, den sie aus den Leitbündeln von Pflanzen saugen. Da dieser Saft proteinarm ist, müssen die Blattläuse grosse Mengen davon aufnehmen, um ihren Proteinbedarf zu decken. Den Überschuss scheiden sie als süsse, zuckerhaltige Flüssigkeit aus, die als «Honigtau» bezeichnet wird.

Ameisen haben eine besondere Vorliebe für diesen Honigtau und «melken» die Blattläuse regelrecht, um an die süsse Substanz zu gelangen:

1. Die Ameisen streichen mit ihren Antennen über die Körper der Blattläuse, um die Absonderung des Honigtaus zu stimulieren.
2. Sie saugen das süsse Sekret direkt vom Hinterteil der Blattläuse auf.

Vorteile für beide Seiten:
Für die Ameisen: Sie erhalten eine nahrhafte, zuckerreiche Nahrungsquelle.
Für die Blattläuse: Sie geniessen den Schutz der Ameisen vor natürlichen Feinden wie Marienkäfern.

Einige Ameisenarten gehen sogar so weit, dass sie «ihre» Blattläuse zu neuen Pflanzen transportieren, um ihnen Zugang zu mehr Pflanzensaft zu verschaffen und damit ihre eigene Honigtauversorgung zu sichern.

Diese Form der Symbiose zwischen Ameisen und anderen Arten wird in der Fachsprache als  «Ameisenfreundschaft» oder «Ameisenliebe» bezeichnet.


Wer melken Ameisen?

Die «Milchkühe» der Ameisen sind ganz klar die Blattläuse. Ameisen und Blattläuse leben in einer symbiotischen Beziehung. Die Ameisen «melken» die Blattläuse, wie Bauern ihre Kühe melken. Die Blattläuse produzieren Honigtau, ein süssliches Ausscheidungsprodukt, das die Ameisen als Nahrung nutzen – und zwar ausschliesslich. Im Gegenzug schützen die Ameisen die Blattläuse vor Fressfeinden wie Marienkäfern und sorgen so für deren Vermehrung. Die Ameisen sammeln den Honigtau direkt von den Hinterteilen der Blattläuse oder stimulieren diese aktiv zur Abgabe des Sekrets.

Doch damit nicht genug. Es gibt noch eine andere Art von «Milch» im Ameisenstaat: eine nährstoffreiche Flüssigkeit, die von den Puppen produziert wird. Diese sogenannte «Puppenmilch» ist für das Überleben und Wachstum der Kolonie absolut essenziell. Larven und erwachsene Ameisen konsumieren diese Puppenmilch, und sie wird während der Häutungsprozesse der Puppen erzeugt. Die Flüssigkeit enthält Nährstoffe, Hormone und andere Substanzen, die das Verhalten und die Entwicklung der Ameisenkolonien beeinflussen.

 Ihr Rolf Kathriner – Ameisenhaltung Schweiz